Rede zur Eröffnung der Regionalkonferenz HESSENCAMPUS 2009 (Auszug)
„Ich habe als Landrat des Vogelsbergkreises die Aufgabe, auch in finanziell sehr schwierigen Zeiten den Landkreis zukunftsfähig zu erhalten.
Insofern bin ich als Landrat des Vogelsbergkreises sehr froh über alle Initiativen, die die Entwicklung des Bildungswesens im Vogelsbergkreis befördern.
Wir tun bereits eine ganze Menge und wir würden gerne noch mehr in Bildung investieren in der Hoffnung, dass Wohlstand als Rendite dabei entsteht. Und in der Hoffnung, dass die hohen Kosten, die wir im Bereich der sozialen Sicherung und der Jugendhilfe und in vielen anderen Bereichen haben, dadurch sinken mögen. Das wären dann gut angelegte Investitionen für die Zukunft unserer Region.
Das Bildungswesen, das spüren wir, wird nicht nur wichtiger; es ist auch in einem gravierenden Prozess der Umstrukturierung begriffen.
Viele, allzu viele verlassen nach der Schulzeit den Vogelsberg, um an den Hochschulen ihr Wissen zu erweitern, bevor sie in den Arbeits- und Produktionsprozess einsteigen.
Die aber, die hier bleiben oder hierher zurückkehren oder in den schönen Vogelsberg – hoffentlich mit Familie – ziehen, sie alle erwarten und brauchen ein Bildungsangebot für die weiteren Jahrzehnte ihres Lebens. Dieses Angebot muss auf die Nachfrage und die spezifischen Interessen passend bereitgestellt werden, es muss koordiniert werden, die Räume dafür müssen vorhanden sein, die Lehrpersonen müssen fachlich und pädagogisch kompetent sein.
Wer lernen will oder lernen muss, für den müssen auch geeignete und qualitativ gute Lernangebote bereit stehen, um seine Ziele zu erreichen. Die Menschen müssen diese Lernangebote finden, bezahlen können und beim Lernen beraten und gefördert werden.
Weil an dieser Stelle – nicht nur im Vogelsbergkreis, sondern in ganz Hessen und in ganz Deutschland – strukturelle Schwachstellen sind, gab und gibt es viel Bewegung, dies zu verändern und zu verbessern.
An dieser Baustelle arbeiten die „Lernenden Regionen“, das neue Bundesprojekt „Lernen vor Ort“ und auch das Projekt „HESSENCAMPUS“.
An dieser Stelle ist der Begriff vom „Regionalen Bildungsmanagement“ entstanden und wir begreifen, dass wir hier neue Strukturen schaffen müssen, um den Herausforderungen aktiv begegnen zu können.
Ich freue mich, dass die vier Partnerinstitutionen nun seit drei Jahren zusammen arbeiten und ein vielfältiges Netz von Beziehungen und Kooperationen geknüpft haben.“